2004

Landjugend beim Heimturnier Zweiter


(AT) Bundestrainer Kurt Rosa schätzt die Lage in der Tauzieh-Bundesliga so ein, dass es auch in diesem Jahr einen Dreikampf um den deutschen Meistertitel geben wird. Dass sich die Tauziehfreunde Böllen, Titelverteidiger Landjugend-Neckar-Bergstraße und Goldscheuer traditionell in der nationalen Spitze festgesetzt haben, bewiesen sie auch gestern beim 2. Bundesliga-Turnier, das in Laudenbach ausgetragen wurde.
Böllen sicherte sich mit 21 Punkten den Tagessieg vor der Landjugend (20), Goldscheuer (16) und Dietenbach (12).
"Man hat schon gemerkt, dass das Niveau noch nicht so hoch ist, wie gegen Ende der Saison. Aber im Finale wurde schon sehr guter Sport geboten", sah Rosa letztlich einen klaren Sieg von Böllen über die Landjugend. Die beiden Teams hatten in der Vorrunde schon für Hochspannung gesorgt, als die Gastgeber den ersten und längsten Zug des gesamten Turniers nach 4:21 Minuten für sich entschieden, den zweiten aber abgeben mussten.

Den dritten Platz belegte gestern Goldscheuer und bestätigte damit in der Bundesliga-Tabelle Rang drei mit 35 Punkten vor Dietenbach (26). Böllen führt nach zwei Wettkampftagen mit 42 Zählern vor der Landjugend. Bundestrainer Kurt Rosa, der zusammen mit seinem sportlichen Leiter Axel Fien für die Zusammenstellung der deutschen 640-Kilo-Mannschaft zuständig ist, bedauerte, dass im Nationalteam keine Bergsträßer zu finden sind. "Bernd und Jürgen Hilkert waren nominiert, aber den beiden war der Aufwand zu hoch." Die Zieher treffen sich vor der WM am 3./4. September in Rochester (USA) schließlich bis zu 15 Mal zum Stützpunkttraining in Goldscheuer und Böllen, die nun auch fast ausschließlich die Mannschaft stellen. "Beide Teams sind bereit Opfer zu bringen und im Vorfeld der Weltmeisterschaft 3000 Kilometer zum Training zu fahren", hofft Rosa, darauf, dass Deutschland seinen Europameister-Titel bestätigen kann.

"Unter den 16 Mannschaften wollen wir auf jeden Fall unter die ersten sechs, um uns für die World Games in Duisburg zu qualifizieren." Die Olympischen Spiele der nichtolympischen Sportarten finden vom 14. bis 24. Juli 2005 in Deutschland statt. Während die Frauen (ohne deutsche Beteiligung) in der Halle ziehen, wollen sich die Männer im Freien ins Zeug legen. In Deutschland ist Baden-Württemberg die Hochburg des Tauziehsports, auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen stehen die Männer noch am Seil. Kurt Rosa: "Ansonsten findet dieser Sport in Deutschland praktisch nicht statt."

In Laudenbach wurde am Wochenende vor 350 Zuschauern jedenfalls beste Werbung für die Randsportart betrieben. Vor dem Bundesligaturnier am Sonntag gingen bereits am Samstag drei Turniere über die Bühne. Den Auftakt machten am Samstag die Laien. Gleich zehn Mannschaften hatten sich gemeldet. Bei den Männern waren sechs Mann am Tau, die Landjugend Neckar-Bergstraße stellte sogar ein neunköpfiges Frauenteam, das auf Rang sechs landete. "Kondition und Schuhwerk waren entscheidend", bestätigte Hermann Reisig vom späteren Turniersieger. Der bestand zum Großteil aus noch nicht tauzieherfahrenen jungen Landwirten, die mit richtigen Tauzieh-Stiefeln ausgestattet waren, während die Heddesheimer Feuerwehr in ihren Feuerwehrstiefeln und die Fußballer in Stollenschuhen antraten. Laudenbachs Handballer hatten zwar Biss und in Alois Nickel einen "Profi"-Coach, doch am Ende fehlte der TGL gegen die Landjugend die Kondition, die für einen Landwirt auch in seinem Beruf einfach Voraussetzung sind.

Im anschließenden Turnier der Jugend-Landesliga konnten die Gastgeber nicht ihr stärkstes Team aufbieten, weil Stefan Wind in der Bundesliga-Mannschaft aufgeboten war und Tim Grundmann ebenfalls fehlte. Nach einer Halbfinalniederlage gegen den späteren Zweiten Neuried besiegten die Bergsträßer Reilingen im Kampf um Platz drei. Turniersieger wurde Siegelau.

Ebenfalls Dritter wurden am Samstag die aktiven Landesliga-Zieher. "Unsere Mannschaft trat mit insgesamt 50 Kilo Untergewicht an, weil wir auch vier Jugendlichen die Chance in einem aktiven Turnier geben wollten", bestätigte Coach Stefan Spengler. Trotzdem war für die Bergsträßer erst im Halbfinale gegen Dietenbach Schluss, gegen Simonswald glückte im Kampf um Platz drei nach gewonnener Platzwahl dann ein Sieg. Turniersieger wurde hier Dietenbach vor Siegelau.

 

Weinheimer Nachrichten, den 24.05.2004


 

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